Ziel im Visier
Deutscher Schützenbund e.V. - DSB
kleine Schriftgröße normale Schriftgröße große Schriftgröße
03.12.2015

Den Kampf gegen Plastiktüten auf die Fahne geschrieben

Der Deutsche Schützenbund zeigt soziale Verantwortung und unterstützt das Projekt „reTHING“.

Mit der Übergabe von mehr als 150 alten Fahnen, Bannern und Veranstaltungs-Beachflags an den Wiesbadener Salon setzt der Deutsche Schützenbund ein Zeichen und zeigt soziale Verantwortung. Die Unternehmergemeinschaft um Anke Trischler verarbeitet die ausgesonderten Fahnen zu umweltschonenden Mehrwegtaschen und öffnet nebenbei Flüchtlingen und Erwerbslosen die Tür zur Arbeitswelt.

Welchen Einfluss Mehrwegtaschen auf die Umwelt haben können zeigen die jedermann bekannten Bilder von Müllbergen und verschmutzten Ozeanen ganz deutlich. Einen erheblichen Anteil daran haben die etwa eine Billionen Einwegplastiktüten, die jährlich von der ganzen Weltbevölkerung verbraucht werden. In Deutschland werden jährlich ca. 6,1 Milliarden Plastiktüten genutzt, das sind etwa 200 Stück in der Sekunde. Die meisten davon werden vom Endverbraucher an der Ladenkasse bezahlt und für die durchschnittliche Dauer von gerade einmal 25 Minuten genutzt. Für die Herstellung der Tragetaschen werden über 400 Millionen Liter Rohöl verbraucht, das – wie bekannt – sehr rar ist.

Neben der Tatsache, dass die Plastiktüten die Umwelt verdrecken und für die Produktion erhebliche Mengen an Rohöl verbraucht werden, können die Plastiktüten nur in geringem Maße von der Natur zersetzt werden. Das hat zur Folge, dass sie bis zu 400 Jahre alt werden. In dieser langen Lebenszeit zerfallen sie nur langsam in immer kleinere Stückchen, verteilen sich in der Umwelt, bis sie möglicherweise durch die Lebensmittel wieder auf unserem Teller landen.

Dieser Verschmutzung vorzubeugen hat sich Anke Trischler - im wahrsten Sinne des Wortes - auf die Fahne geschrieben. Unter dem Markennamen „reTHING“ produziert die gelernte Betriebswirtin aus Müll neue Produkte. Unter anderem hat sie die preisgekrönte Tragetasche „Lilybag“ entwickelt. Die Idee zur ausgezeichneten Recyclingtasche entsteht, als Anke Trischler im November 2013 über die Wiesbadener Wilhelmstraße fährt. Im Autoradio fordert der EU-Kommissar Janez Potočnik in einer Umweltdebatte, den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren. Wie das geschehen soll, kann er aber nicht sagen. Zeitgleich erblickt die selbstständige Umsetzungsberaterin die großen blaufarbenden Werbefahnen des Staatstheaters Wiesbaden. Daraufhin macht sie sich ihre ganz eigenen Gedanken und die Idee von der „Lilybag“ entsteht.

„Nur mit dem Zeigefinger Änderungen zu fordern, bringt nichts“, sagt Anke Trischler. „Man muss freundliche und annehmbare Lösungen schaffen.“ 

Nur ein Jahr später wird Anke Trischler für ihre Recyclingtasche mit dem Umweltpreis der Stadt Wiesbaden ausgezeichnet. Was ist geschehen? Nach dem Ende der Werbeaktion des Staatstheaters erhält sie die besagten Fahnen, die sonst entsorgt worden wären. Zusammen mit Projektpartnern fertigt sie daraus Mehrwegeinkaufstaschen, die „Lilybags“. Die produzierten Taschen gibt Anke Trischler kostenlos an Menschen ab, die konsequent auf Plastiktüten verzichten. Die Interessenten unterschreiben eine Selbstverpflichtung und dokumentieren den Einsatz der „Lilybag“ per Foto.

Neben dem ambitionierten Ziel, der Umwelt etwas Gutes zu tun, bietet Anke Trischler Erwerbslosen und Flüchtlingen eine Perspektive. Zusammen mit Projektpartnern vermittelt sie ihnen Grundfertigkeiten des Nähhandwerks. In Nähwerkstätten in der Region fertigen sie die jeweiligen „reTHING“-Produkte. Sie erhalten dafür ein Entgelt und öffnen sich einen Zugang zur Arbeitswelt und zum Arbeitsmarkt.

Das ganze Projekt steht ganz unter dem Motto:

Lokal handeln, global denken: Regionale Aktionen mit vielen Menschen bewirken große Veränderung: "Flagge zeigen für Mensch und Umwelt"

Das als Ansporn genommen, unterstützt der Deutsche Schützenbund die Aktion und hat bereits über 150 Fahnen, Bannern und Veranstaltungs-Beachflags Anke Trischler zur Weiterverarbeitung übergeben. Es handelt sich dabei um Fahnen von vergangenen Welt- und Europameisterschaften oder Flaggen von Landesverbänden, bei denen sich das Logo geändert hat. Zwar können diese nicht mehr für den eigentlichen Zweck weiterverwendet werden, aber für die Entsorgung sind die Fahnen auch zu schade, dachten sich die Verantwortlichen in der Bundesgeschäftsstelle und haben den Kontakt zu Anke Trischler hergestellt.

Derzeit werden die Fahnen - unter anderem von Flüchtlingen, die an das Berufsleben herangeführt werden, zu Mehrwegtaschen weiterverarbeitet.

Was als Abfall enden sollte, wird nun ein nützliches Accessoire für den Alltag. Das Projekt zeichnet sich durch eine regionale Wertschöpfungskette aus. Zugleich hilft es Abfall zu reduzieren, Erdölressourcen zu schonen, aber auch Flüchtlingen und Arbeitssuchenden eine bezahlte Beschäftigung zu geben. Der Deutsche Schützenbund unterstützt Projekte dieser Art sehr gerne und hofft, dass viele Verbände und Vereine dem Ruf folgen und sich anschließen.

 
 

 





Ziel im Visier · Deutscher Schützenbund e.V. - DSB
Lahnstraße 120 · 65195 Wiesbaden · Deutschland · ziel-im-visier@dsb.de
Unsere Partner


Profiles: 26-27,